Drohender Futtermangel

Bei der Oxalsäurebehandlung im Dezember waren viele Imker positiv überrascht, wie stark doch ihre Völker sind. Jetzt gilt es aber besonders aufzupassen, denn es sind gerade die starken Völker, die zum Ende des Winters gefährdet sind. Bei den einzargig überwinterten Völkern ist die Gefahr am größten, da das Verhältnis Volksstärke zu Futtervorrat sehr ungünstig ist.
Kleinere Völker verbrauchen weniger Futter. Hier besteht jedoch die Gefahr, dass sie den Kontakt zum Futter verlieren können.

Wie prüfen wir den Futtervorrat?
Der Futtervorrat sollte kontrolliert werden, ohne dass die Bienen in der Winterruhe gestört werden. Man hebt die Beute von hinten leicht an und schätzt so den Futtervorrat. Eine Federwaage hilft den etwas Unerfahrenen. Sind die leichtesten ein- und zweizargigen Völker ausgemacht werden diese vorgemerkt. Bei wärmeren Temperaturen, wenn allgemeiner Bienenflug herrscht, können diese Völker näher untersucht werden. Man öffnet den Deckel vorsichtig von oben und prüft den Bienensitz. Mit einer Taschenlampe lässt sich gut in die Wabengasse leuchten. Hat die Bienentraube noch eine ausreichende Futterkapppe und befinden sich seitlich daneben Futterwaben, ist alles in Ordnung. Fehlen gänzlich Vorräte, sollten Futterwaben aus dem Lager, notfalls von gut bevorrateten Völkern, umgehangen werden.
Auch die schwachen Völker mit ausreichend Gewicht sollten an wärmeren Tagen und ersten Bienenflug wie oben beschrieben geprüft werden. Sitzt das Volk am Beutenrand auf leeren Waben und ist von den Futterwaben weit entfernt, sollte die Bienentraube vorsichtig in die Mitte der Beute verschoben werden. Die noch vorhandenen Futterwaben werden so dicht wie möglich an die Bienentraube gesetzt, die leeren Waben kommen nach außen.

Wie macht man eine Notfütterung?
Wenn kein Futterausgleich innerhalb der Völker möglich ist und keine Futterwaben aus dem Lager zur Verfügung stehen, muss das gefährdete Volk notgefüttert werden.
Am besten eignet sich der eigene Honig, flüssig oder kandiert. Auf keinen Fall darf Honig von unbekannter Herkunft, z.B.  aus dem Supermarkt verwendet werden, da hier die Ansteckungsgefahr durch Bienenkrankheiten besonders hoch ist.
Sehr gut eignet sich auch invertierter Zuckersirup oder Zuckerteig. Dieser muss von den Bienen, im Gegensatz zum normalen Haushaltszucker, nicht mehr in Frucht- und Traubenzucker aufgespalten werden.
Wichtig ist, dass das Futter, ob fest oder flüssig, direkt an der Bienentraube angeboten wird. Der Futterteig kann als Wurst gerollt oben zwischen die Oberträger gelegt werden. Jedoch benötigen die Bienen für die Futterabnahme Wasser, welches im Winter nicht immer zur Verfügung steht.
Vorteilhafter ist flüssiger Honig oder Futtersirup, der in Futtertaschen direkt neben der Bienentraube oder in Schalen über ihr dargeboten wird. Die Flüssigfütterung hat den Vorteil, dass die Bienen dieses Futter einfacher aufnehmen können.

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